Ist Reis daran schuld? Studie zeigt: Traditioneller Anbau stößt mehr Gase aus, als man denkt

Eine aktuelle Studie zeigt, dass der traditionelle Reisanbau, insbesondere in überschwemmten Systemen, große Mengen an Treibhausgasen freisetzt, was die Landwirtschaft in den Mittelpunkt der Diskussionen über den Klimawandel rückt.

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Eine Studie zeigt, dass der geflutete Reisanbau einer der größten Methanemittenten in der Landwirtschaft ist.

Neue Forschungsergebnisse, die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurden, haben ein Thema ans Licht gebracht, das weit von unserem Alltag entfernt zu sein scheint, sich aber direkt auf das Klima und die Lebensmittel auswirkt, die auf unseren Tellern landen: die Umweltauswirkungen von landwirtschaftlichen Systemen, die auf Reisanbau basieren.

Die Studie untersuchte verschiedene Arten des Reisanbaus in Bangladesch, einem der größten Reisproduzenten der Welt, und stellte fest, dass einige dieser Praktiken einen ebenso großen Kohlendioxid-Fußabdruck haben wie die gezielteren Industriesektoren.

Diese Studie ist besonders relevant, da Reis in weiten Teilen der Welt, auch in Brasilien, ein Grundnahrungsmittel ist. Zu verstehen, wie die verschiedenen landwirtschaftlichen Praktiken zu den Treibhausgasemissionen beitragen, ist von entscheidender Bedeutung, um die Herausforderungen der globalen Klimakrise zu bewältigen. Darüber hinaus zeigt der Artikel einen oft übersehenen Aspekt auf: Selbst traditionelle Kulturen können hohe Umweltkosten verursachen, wenn sie ohne nachhaltige Planung bewirtschaftet werden.

Reis und Methan: die unsichtbare Seite der Überschwemmungskulturen

Reis, insbesondere wenn er in überfluteten Systemen angebaut wird, ist eine der größten Quellen von Methanemissionen (CH₄), einem Treibhausgas mit einer viel höheren Erwärmungskraft als Kohlendioxid (CO₂). In überschwemmten Feldern zersetzt sich organisches Material ohne Sauerstoff, wodurch ein ideales Umfeld für Mikroorganismen entsteht, die Methan produzieren. Die Studie zeigte, dass in Systemen wie "Reis-Reis-Reis" die CH₄-Emissionen bis zu 80 % der gesamten Pflanzenemissionen ausmachen können.

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Methan ist für bis zu 80 % der Emissionen in überfluteten Reissystemen verantwortlich.

Wechselkulturen mit Regenfeldbau (z. B. Mais, Weizen oder Kartoffeln) verringern zwar die Methanemissionen, können aber die Emissionen eines anderen starken Gases erhöhen: Lachgas (N₂O). Dieses Gas ist vor allem auf den intensiven Einsatz von Stickstoffdüngern zurückzuführen, die, wenn sie schlecht bewirtschaftet werden, zur Freisetzung dieses Schadstoffs in den Boden und die Atmosphäre beitragen.

Was die Studie über verschiedene Anbausysteme herausfand

Die Wissenschaftler verglichen fünf Anbausysteme mit jeweils unterschiedlichen Kombinationen von Kulturen, die das ganze Jahr über angebaut werden. Von den bewerteten Systemen wiesen diejenigen, die Reis mit Regenfeldbau mischten, insgesamt geringere Treibhausgasemissionen auf, insbesondere wenn zwischen den Ernten eine Brachezeit lag.

Unter den Ergebnissen sind die folgenden hervorzuheben:

  • Das Reis-Reis-System (mit drei Ernten pro Jahr) hatte mit mehr als 25 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Hektar und Jahr den größten Kohlenstoff-Fußabdruck.
  • Systeme wie Mais-Reis oder Kartoffel-Reis wiesen dank des Fehlens einer kontinuierlichen Überflutung wesentlich geringere Emissionen auf.
  • In Bezug auf den Ertrag pro Hektar zeigten die Systeme mit Kartoffeln und Mais auch eine bessere Leistung pro Kilo erzeugter Lebensmittel.
  • Andererseits hatten Kulturen wie Bohnen, obwohl sie Stickstoff im Boden binden, eine geringe Produktivität und einen hohen relativen Kohlenstoff-Fußabdruck.

Diese Daten machen deutlich, wie wichtig es ist, die landwirtschaftlichen Systeme zu diversifizieren und die Art des Anbaus an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen, um ein Gleichgewicht zwischen Produktivität und Nachhaltigkeit zu erreichen.

Was ist mit Brasilien?

Auch in Brasilien ist Reis eine der wichtigsten Getreidearten, vor allem in Regionen wie dem Süden und dem mittleren Westen, wo der Bewässerungsanbau noch weit verbreitet ist. Obwohl sich die klimatischen und sozialen Gegebenheiten in Bangladesch von denen in Brasilien unterscheiden, wirft die Studie eine wichtige Frage auf: Überwachen wir die Klimaauswirkungen unseres Reises angemessen?

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Bewässerungsreis in Brasilien: vorherrschende Technik in Regionen wie dem Süden und dem zentralen Westen.

In Brasilien gibt es Spielraum, um kohlenstoffarme Strategien in der Landwirtschaft voranzutreiben, und diese Studie kann als Inspiration dienen. Die Einführung von Fruchtfolgen mit Trockenlandkulturen, Investitionen in effizientere Bewässerungssysteme und die Reduzierung des übermäßigen Einsatzes von Düngemitteln sind mögliche Wege. Diese Anpassungen stehen jedoch vor Herausforderungen wie den Umsetzungskosten, dem Zugang zu technischer Hilfe und dem Widerstand der Erzeuger gegen Veränderungen.

Dennoch gibt es klare Möglichkeiten: Das Land verfügt bereits über Programme wie den ABC+-Plan (Low Carbon Agriculture), der technische und finanzielle Unterstützung für nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken bietet. Die Integration von Forschungsergebnissen wie diesen in den brasilianischen Kontext kann ein strategischer Schritt sein, um unsere Reiserzeugung umweltfreundlicher zu machen und unserem Planeten zu helfen, besser zu atmen.

Quellenhinweis:

Carbon footprint and greenhouse gas emissions of different rice-based cropping systems using LCA. 25 March 2025. Jahangir, M.M.R., Aguilera, E., Ferdous, J. et al.