Mega-Sturmtief "Margrit": Bis zu 180 km/h in Norwegen!
Deutschland steckt in einem Sumpf mehrerer schwach ausgeprägter Hoch- und Tiefdruckgebiete - weiter im Norden geht es weitaus im wilder zu. Das Sturmtief MARGRIT bewegt sich aktuell auf die Westküste Skandinaviens zu und sorgt dabei für Sturm- und Orkanböen im Norden Großbritanniens sowie an der Westküste Norwegens. Im Rahmen eines Sting Jets sind zwischen Trondheim und Bodø sogar Böen bis zu 180 km/h drin.

Während in Mitteleuropa gerade die beiden Hochdruckgebiete FRANK und ENNO sowie ein kleines namenloses Alpentief mit kaum Druckunterschieden vor sich her dümpeln und dabei für ruhiges Wetter sorgen, zieht weiter im Norden das Sturmtief MARGRIT durch. Das schnell ziehende Tief weist schon jetzt einen Kerndruck von 960 hPa, der sich im Rahmen einer rapid intensification auf etwa 940 hPa reduzieren wird. Das Windfeld erstreckt sich über Großbritannien und Irland sowie die skandinavischen Länder.
A Major winterstorm will hit #Norway on Wednesday. The system will undergo a rapid intensification and reach minimum pressure of 940 hPa or lower. Due to the fast storm movement 3-hourly pressure tendencies will exceed +/- 20 hPa! pic.twitter.com/pkcOuXtq9N
— Matthias Sänger (@myweather_ch) January 29, 2024
Besonders heftig trifft es dabei die Westküste Norwegens, wo in der Nacht Donnerstag Windböen von bis zu 50 m/s (180 km/h) möglich sind. Aufgrund der Struktur des Sturmtiefs ist auch das Auftreten eines Sting Jets möglich. Sting Jets können sich ausbilden, wenn sich die Warmfront eines Tiefdruckgebiets um dessen Kern herumzwirbelt und dabei Luft aus höheren Atmosphärenschichten in Richtung der Erdoberfläche herabstürzen. Das Phänomen ist eher kurzlebig (bis zu 4 Stunden) und tritt üblicherweise nur in einer Region von maximal 100 km Breite auf. Beim aktuellen Sturmtief MARGRIT werden die stärksten Windgeschwindigkeiten zwischen Trondheim und Bodø erwartet.
Extremely powerful storm is going to hit Norway and Scandianavia on Wed-Thu night.
— Mika Rantanen (@mikarantane) January 29, 2024
ECMWF forecast just out with wind gusts up to 50 m/s. It may be a bit overpredict, but the signal for a strong storm has been there for several days. pic.twitter.com/QGLZUGwoaX
Windgeschwindigkeiten jenseits der Sturm- und Orkanmarke sind für die hohen Breiten keine Seltenheit, insbesondere im Winterhalbjahr nicht. Auf der Südhalbkugel spricht man von den Roaring 40s, den Furious 50s und dem Screaming 60s und referenziert damit auf die stürmischen Bedingungen in den jeweiligen Breitengraden. Auf der Nordhalbkugel fallen die Bedingungen nicht ganz so extrem aus wie auf der Südhalbkugel, weil es hier deutlich mehr Kontinentalmassen gibt, die die Stürme abbremsen.
This week has started extremely windy for parts of far northern Europe. A violent storm hit Norway yesterday with some stations measuring gusts as high as 198 km/h. Another violent storm is due in the region on Wednesday night into Thursday.https://t.co/bgYRhqAXAv
— Meteologix.com (@meteologix) January 30, 2024
TT pic.twitter.com/62qJSIhI1B
Ein kräftiges Sturmtief zog bereits in der Nacht auf Dienstag nördlich an Skandinavien vorbei. Das Maximum des Windfeldes lag dabei aber ganz im Norden Skandinaviens, wo an der Nord- und Nordwestküste Norwegens Böen von bis zu 198 km/h gemessen wurden. In Trondheim wurden 81 km/h erreicht. In den angrenzenden Küstengebieten wurden 100 bis 110 km/h gemessen.